Crossover Slam Berlin
„Ich habe mit Felix die schlimmste Nacht meines Lebens verbracht, ansonsten kann ich ihn privat und beruflich uneingeschränkt empfehlen.“ (Marc-Uwe Kling)
Nach Mic-Drop kommt Mic-Weitergabe: Mit dem Crossover Slam Berlin denkt Slam-Legende Felix Römer als Moderator das Prinzip des Poetry Slams weiter. Seine Idee, die längst zur Institution unter den kuratierten Berliner Open-Mic-Bühnen geworden ist: Verschiedene Disziplinen treten gegeneinander an, um die Gunst des Publikums zu gewinnen. Von Poesie über Musik bis hin zu Artistik, Comedy, Karate oder Zauberei – all das darf und soll bewundert und mit Applaus bewertet werden. Dabei geht es weniger um Wettbewerb als vielmehr um den Spaß, sich und seine Kunst zu präsentieren, den anderen Talenten zuzuschauen und gemeinsam einen großartigen Abend zu haben.
Dank dieses Prinzips entstehen beim Crossover Slam Berlin regelmäßig und in schöner Tradition sehr abwechslungsreiche und unvorhersehbare Abende, bei denen sich Profis, Debütant*innen und manchmal sogar waschechte Stars das Mikro in die Hand geben. Mal mit Vorankündigung, mal ohne. Dabei waren u.a. bereits Till Reiners, Siegfried & Joy, Henning May (AnnenMayKantereit), Fee Brembeck, Kirsten Fuchs, FALK und Florian Hacke.
Und der Gastgeber? Der weiß, was er da tut: Felix Römer war Poetry Slammer der ersten Stunde. Er ist kreuz und quer durch die gesamte Republik gefahren und bei unzähligen Slams aufgetreten, kennt die Szene von Beginn an und hat sie in Pionierarbeit mitgeprägt. 2007 etwa gewann er die deutschsprachige Poetry-Slam-Meisterschaft im Teamwettbewerb – und damit zu einer Zeit, als unbekannte Grünschnäbel namens Nico Semsrott, Hazel Brugger, Felix Lobrecht oder Till Reiners nicht mal dort ihre Geschichten und Pointen in den Ring warfen.
Außerdem ist Römer ist Autor, Träger des Deutschen Kleinkunstpreises (mit Luksan Wunder), Moderator, Veranstalter, Musiker (mit Nachtfarben), sogar rechtmäßiger Besitzer einer Platin-Schallplatte (als Songwriter für AnnenMayKantereit) – und ein Mensch, der andere Menschen zusammenbringt. Auf, hinter und vor der Bühne.
Im Einzelwettbewerb der Poetry-Slam-Meisterschaft 2006 wurde Römer übrigens „nur“ Zweiter – hinter einem gewissen Marc-Uwe Kling. In dessen Podcast „Schreiben & Schreddern“ wiederum ließ der öffentlichkeitsscheue Kult-Comiczeichner Walter Moers („Adolf“, „Das kleine Arschloch“, „Käpt’n Blaubär“ u.v.m.) seine Antwort von Römer vortragen. Moers‘ frei überliefertes Freigabeurteil: „Geile Stimme, geiler Typ. Genau wie ich!“
Kling hat es im Gegenzug bis heute nicht als Gast zum Crossover Slam Berlin geschafft, will aber seit Jahren mal. Heißt: Vielleicht ist der Känguru-Erfinder ja beim nächsten Mal als Überraschungsgast dabei. Oder beim übernächsten Mal. Und selbst wenn nicht, werdet Ihr beim Crossover Slam Berlin ziemlich wahrscheinlich talentierte Newcomer entdecken, über die auch Ihr eines Tages sagen könnt: „Den/Die hab’ ich in der ufaFabrik schon gesehen, als er/sie noch ein Geheimtipp war!“
Moderation: Felix Römer
Foto: Marvin Ruppert

